10 Jahre Hasten Historic

Von Jochen Schnell

10 Jahre Hasten Historic

Freunde, wie die Zeit vergeht! Nun ist auch die 10. Ausgabe unserer Veranstaltung gelaufen und man darf zufrieden auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurückblicken. Ein großer Dank geht an unsere langjährigen Sponsoren und Gönner, wobei wir hier -stellvertretend für alle- die Stadtsparkasse Remscheid, das Allee Center Remscheid, die Mercedes-Benz Niederlassung in Remscheid und die Firma C.A. Picard erwähnen möchten.

War es nicht Klaus Picard, der vor etwas mehr als 10 Jahren, damals noch in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Hastener Verkehrsvereins die Idee hatte, als Höhepunkt der wiederbelebten Kirmes im Remscheider Stadtteil eine Oldtimerrallye zu veranstalten? Annähernd 60 Oldtimer umfasste damals das Teilnehmerfeld, welches durch zahlreiche Automobilveteranen aus den Anfängen der Automobilgeschichte viele Zuschauer auf den Hasten lockte. Zuständig für Strecke und Bordbuch (zu Neudeutsch: Roadbook) war auch damals schon Jörg Stursberg, der nach wie vor als Fahrtleiter maßgeblich zum Gelingen der Rallye beiträgt: „dieses Mal haben wir die Aufgaben nicht ganz so kniffelig gestaltet, da diese in den vergangenen Jahren für einige Teilnehmer wohl doch zu schwierig ausgefallen waren.“ Trotzdem konnte man den Teilnehmern bei der Zielankunft aber ansehen, dass es ihnen einmal mehr richtig Spaß gemacht hatte, mit dabei gewesen zu sein.
Wer nun aber glaubt, die Hasten Historic sei eine Spazier- oder gar Kaffeefahrt, der muss ganz klar enttäuscht werden. Es gab Kartenkopien mit eingezeichneten Pfeilen und Strichen, die jeweils in der richtigen Reigenfolge abzufahren waren oder sogenannte Chinesenzeichen, die im Bordbuch die korrekte Strecke darstellten. Entlang der ca. 170 Kilometer von Remscheid nach Velbert und zurück, mussten auch diverse Kontrollschilder auf der Bordkarte notiert, oder an zahlreichen Stempelkontrollen die Durchfahrt bestätigt werden. Gleich am Stadion Remscheid freuten sich die Teilnehmer über ihren ersten Stempel: zwei junge Damen „lockten“ die Teilnehmer -als Stempelkontrolle getarnt- in die Falle: ihr Standort lag nämlich an einem Weg, der in der Karte gar nicht vorhanden war und daher auch nicht befahren werden durfte. Trotzdem haben sich viele Teams über das „Kamel“ (als Stempelabdruck in der Bordkarte) gefreut. „Alte“ Hasten Historic Teilnehmer wussten jedoch sofort, dass das ein Fehler war…
Weiter ging es über Wermelskirchen, wo im Industriegebiet eine erste Sollzeitprüfung absolviert wurde. Dabei galt es, das Ziel zur vollen Minute zu passieren. Wer da keine Funkuhr dabei hatte, war ganz schön auf verlorenem Posten… An der Wuppersperre vorbei führte die Strecke weiter nach Radevormwald. Im Kreisverkehr hing ein Kontrollschild und zwei Helfer saßen versteckt an der Ausfahrt. Wehe, wer da den Blinker nicht vorschriftsmäßig benutzte. Das gab natürlich einen Strafpunkt…
Kurz vor der Mittagspause bei der Firma Wilhelm May in Velbert, der wir hiermit nochmals herzlich für den ausgezeichneten Mittagsimbiss danken, rauchten bei einigen Teilnehmern im Industriegebiet die Köpfe: wie komme ich nun von Pfeil zwei nach drei, ohne einen anderen Pfeil in Gegenrichtung zu befahren. Und wo ist überhaupt der erste Pfeil??? Da war fast schon der herrliche Blick auf den Baldeney See, den die Teams bei der Anfahrt zum Industriegebiet genießen konnten, vergessen. Überhaupt geizte die Strecke nicht mit schönen Ausblicken in die bergische und niederbergische Landschaft.
Irgendwie kamen dann aber fast alle in der Pause an, bis auf das Damenteam Nicole Bröcking/Birgit Patsch, die ihr Mercedes Coupé kurz vorher mit einem Defekt an der Kraftübertragung abstellen mussten. Trotzdem ging es für die beiden weiter: sie fuhren danach im VW Bulli Doppelkabiner mit, den ihre Männer Uwe Paetsch und Frank Bröcking pilotierten.
Gleich nach der Mittagspause wartete eine weitere Zeitprüfung auf die Teilnehmer und nach relativ gemütlicher Fahrt, ohne wirklich schwierige Aufgaben im Bordbuch lösen zu müssen, folgte ein kurzer Stopp am neuen EDEKA Markt in Radevormwald, wo die Teilnehmer mit Kaffee und Kuchen verwöhnt wurden.
Zurück in Remscheid galt es, auf dem ehemaligen AEG Elotherm Gelände an der Glockenstraße eine GLP zu absolvieren. Dabei hatten einige Teilnehmer aber nicht erkannt, dass 0,58 Minuten nicht auch gleich 58 Sekunden sind…
Schließlich musste noch die letzte Stempelkontrolle der Rallye angefahren werden, die genau vor dem Heimatmuseum aufgestellt war. Gelegenheit für die Teilnehmer auch eine kleine Runde über den Hasten zu drehen, der ja der Hasten Historic auch ihren Namen gab.
Zurück auf dem Rathausplatz, wurden alle Teilnehmer kompetent von Radiomann Bernd Hamer begrüßt. Er moderiert die Veranstaltung auch schon im 10. Jahr und kennt daher viele der Teilnehmer.
Mit großer Spannung absolvierten alle Teilnehmer, die an allen zehn Veranstaltungen teilgenommen hatten, eine Sonderprüfung. Das Fahrzeug musste genau 10 Meter vorwärts gefahren werden, wobei jedoch am Anfang der Messpunkt hinten und am Ende der Messpunkt vorne am Fahrzeug war. Peter Jindra und Hermann Fahlenbrach entschieden diese Wertung für sich und lagen nur knapp drei Zentimeter näher an der 10-Meter Marke als Rainer Siebenhaar aus Wermelskirchen bzw. Nicole und Frank Bröcking aus Remscheid.
Einen freudestrahlenden Sieger erlebten Teilnehmer und Zuschauer dann bei der Siegerehrung im Allee Center, die wieder pünktlich um 19 Uhr begann: Artwig Spannagel (Breckerfeld) und Bernd Blechschmidt (Hagen) gewannen mit ihrem Porsche Carrera von 1974 und nur 0,02 Strafpunkten vor Helmut Hurtmann / Ricarda Walendy aus Brüggen (0,04 Strafpunkte), sowie Iris und Thorsten Falk aus Remscheid (0,06 Strafpunkte).
Natürlich ließ es sich die neue Center Managerin, Kathrin Schubert, nicht nehmen, die Pokale an die verdienten Sieger zu überreichen.

 

 

 

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