Hasten Historic Nummer 12: war das eine „Wasserschlacht“!

Von Jochen Schnell

Hasten Historic Nummer 12:  war das eine „Wasserschlacht“!

Oldtimerrallye im Regen, das mag niemand! Dass es die Hasten Historic 2016 so dermaßen kalt (bzw. nass) erwischen würde, damit hatte vor der Rallye wohl keiner der Organisatoren gerechnet und es ist sicher nicht falsch zu behaupten, dass so ein Wetter sicherlich das Schlimmste ist, was einem Veranstalter passieren kann... Getreu dem bekannten Motto: es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur „unpassende“ Kleidung, hatten es einige der annähernd 100 gemeldeten Teilnehmer vorgezogen, ihre edlen Karossen -vorzugsweise Cabrios- doch lieber in der Garage zu lassen. Und das war wohl auch gut so, denn Petrus hatte kein Einsehen und ließ die Veranstalter völlig im Stich, bzw. seine Schleusen den ganzen Tag offen… Deshalb ein großes Kompliment an all die Teilnehmer, die die Strecke trotzdem gefahren sind und es auch bis ins Ziel geschafft haben. Schade nur, dass die Schönheiten der Landschaft bei dem Wetter gar nicht so richtig zu Geltung kommen konnten, was eine Teilnehmerin sehr zutreffend beschrieb: „Wenn ich mir vorstelle, all die tollen Wege bei Sonnenschein…super hätte es sein können…“ Super war es aber trotzdem, denn die gestarteten Teilnehmer trotzten dem Wetter und die Streckenposten ersetzten mit einem strahlenden Lächeln die Sonne. Deshalb auch an dieser Stelle ein Riesenkompliment an alle, die entlang der Strecke als Posten, Zeitnehmer oder Einweiser aktiv gewesen sind. Wie bei der Hasten Historic üblich, waren in den Fahrtunterlagen auch in diesem Jahr einige Schwierigkeiten eingebaut, die nicht von allen Teilnehmern erkannt wurden. So z.B. das zweite Kartenbild, in dem immer abwechselnd Punkt und Strich zu fahren waren. Die dort stationierte Stempelkontrolle musste von den Tourensportlern und Spezialisten (Sportlern) zweimal angefahren werden. Die neu eingerichtete Klasse „Touristisch“ hatte keine derart kniffligen Aufgaben zum Auffinden der richtigen Fahrtstrecke zu lösen. Die Aufgabenstellung bei der Hasten Historic war historisch bedingt, immer „tourensportlich“ ausgerichtet, wobei jeweils großer Wert darauf gelegt wurde, dass die Anforderungen nicht zu leicht für die Sportler und nicht zu schwierig für die Touristen waren. Im vergangenen Jahr wurde dann auf vielfachen Wunsch eine gesonderte Klasse für die Sportler eingeführt, was sehr gerne angenommen wurde, auch wenn sich dieses Jahr leider nur elf Sportler angemeldet hatten. Ganz anders bei den Touristen, für die 2016 auch eine eigene Wertungsgruppe eingeführt wurde. Hier waren jedoch, sehr zur Freude des Veranstalters 34 Nennungen eingegangen, sodass diese Kategorie auch noch einmal in zwei Klassen unterteilt werden konnte. Die Teams, die in dieser „leichten“ Schwierigkeitsklasse antraten, hatten jedenfalls ihren Spaß, weil sie doch eher gemütlich unterwegs sein konnten und keine große Mühe hatten, den richtigen Weg zu finden. „Im Gegensatz zu anderen, touristisch orientierten Oldtimerveranstaltungen, mussten die Teilnehmer dieser Klassen bei uns keine Fragen beantworten oder Bilder suchen,“ betonte Fahrtleiter Jörg Stursberg. Dafür waren eine Geschicklichkeitsaufgabe mit dem Fahrzeug und drei einfache Zeitprüfungen zu absolvieren. Allerdings hatten auch die „Touristen“, genau wie alle anderen Teilnehmer, die Kontrollschilder (sogenannte Baumaffen) entlang der Strecke zu finden und die darauf befindlichen Zahlen oder Buchstaben in ihren Bordkarten zu notieren. Wer aber den Fahrtleiter kennt, der durfte sicher sein, dass auch für die Touristen eine „kleine Schweinerei“ eingebaut war. Gleich nach der Mittagspause galt es nämlich eine kurze Strecke anhand von Chinesenzeichen zu absolvieren. Die Aufgabe lautete: Fahren Sie von 1-15. In den Unterlagen waren aber 21 Zeichen abgebildet. Wer also alle Zeichen abfuhr, bekam den bei der Hasten Historic für einen Fehler so gefürchteten Stempel in Form eines Kamels in die Bordkarte gestempelt. Die 0-Zeit-Prüfung sollte gemäß Bordbuch zwischen 50 und 5000 m lang sein. Wer das gelbe Start Schild übersehen hatte, sah sich dann gleich mit dem Schild „Ende Wartezone“ konfrontiert. Trotzdem haben diese Prüfung fast alle Teams perfekt gemeistert! Zur Mittagspause trafen die Autos bei der Firma Johann Clouth in Hückeswagen ein. Auch hier musste etwas improvisiert werden, da die Verpflegung nicht wie geplant draußen erfolgen konnte… Die zweite Etappe startete mit der gleichen Lichtschrankenprüfung, die schon vor der Pause absolviert wurde, jedoch in einer anderen Sollzeit. Über Hückeswagen, Egen, Radevormwald und Bergisch Born führte die Route zurück nach Remscheid. Kurz vor der Mercedes Benz Niederlassung sorgte ein Kommafehler bei der Kilometrierung im Bordbuch bei ein paar Teams für Verwirrung, was aber kein wirkliches Problem darstellte, da die Beschreibung ansonsten perfekt war und alle Teilnehmer zum Autohaus lotste. Dort wurden die Bordkarten eingesammelt und eine Wegbeschreibung ausgehändigt, die die Autos in die Remscheider Innenstadt auf den Rathausplatz am Allee Center führte. Nach der Vorstellung durch Radio Moderator Bernd Hamer parkten die Fahrzeuge dort und konnten von den Zuschauern bestaunt werden. Aufgrund der Fußball EM war der Platz im Allee Center, wo sonst immer die Siegerehrung stattfand durch eine VIP Lounge belegt. Doch die Veranstalter hatten entsprechend vorgesorgt: die Abendverpflegung und Siegerehrung fanden im neuen Remscheider Brauhaus statt. Alle waren sich einig: sehr schönes Ambiente und ein wirklich schmackhaftes Essen machten den Regentag fast vergessen. Hasten Historic typisch fand die Siegerehrung pünktlich um 19 Uhr statt. Der Gesamtsieger 2016 kommt aus Wermelskirchen: Meinhard Rittmeier und Sohn Marvin freuten sich über den Wanderpokal in Form eines bergischen Schmieds, der nun für ein Jahr im heimischen Wohnzimmer stehen wird.

 

 

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