Nr. 11 ist "gelaufen"

Von Jochen Schnell

Schon lange vor der eigentlichen Veranstaltung, machten Plakate und ein in der Schalterhalle der Stadtsparkasse ausgestellter Oldtimer auf die Hasten Historic aufmerksam. Nicht umsonst, denn dieses Jahr fanden sich im Ziel so viele Zuschauer auf dem Remscheider Rathausplatz ein, wie nie
zuvor! Sehr zur Freude der Veranstalter.


Weniger „amused“ war man allerdings, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die sich ohne zu fragen einfach in einen der angekommenen Oldtimer setzten und sich fotografieren ließen. Auch dass ihre Fahrzeuge von so vielen Händen begrabscht werden, gefällt sicher nicht jedem Besitzer und gehört sich eigentlich nicht…


Doch zurück auf Anfang: eine gute Viertelstunde vor dem Start des ersten Fahrzeugs begrüßte Fahrtleiter Jörg Stursberg „seine“ Teilnehmer und gab noch einige Informationen zur Strecke und zum Ablauf der Veranstaltung. Da es unter den Teilnehmern auch einige Teams gab, die erstmals zur „Hasten“ gekommen waren, folgten im kleinen Kreis noch einige Details zur Aufgabenstellung. Nach einem Frühstück mit Kaffee und Brötchen, das seit der 1. Veranstaltung in der Kantine der Firma C.A. Picard serviert wird, starteten zunächst die „Sportler“, die in diesem Jahr eine eigene und etwas
schwierigere Aufgabenstellung bekamen. Das war aber nur eine Neuerung, da auch die normalen Starter ihre Fahrtunterlangen erst beim Start und zwar nur für die Vormittagsetappe erhielten. Die Bordbücher für den Nachmittag gab es erst beim Re-Start. Los ging es schon traditionell vom Gelände der Firma Picard im Remscheider Morsbachtal und auf kurzem Weg zur ersten Zeitprüfung in der Glockenstahlstraße am Hasten. Hier galt es 250 Meter in genau 35 Sekunden zu fahren. Weiter führte die Strecke dann aus der Stadt hinaus und durch die schöne bergische Landschaft über Ronsdorf, Radevormwald, Hückeswagen, Önkfeld und Königsfeld in das Industriegebiet Oelkinghausen bei Ennepetal. Kurz vor der Mittagspause galt es dort die Pfeile, Striche und Punkte in der Karte genau zu befahren, wobei man auch mal einen Umweg nehmen musste, da die Pfeile trickreich vor statt hinter eine Kreuzung gezeichnet waren. Die Mühen wurden dann mit einer sehr leckeren Currywurst, Kaffee und Kuchen bei der Mittagspause
belohnt. Diese fand auf dem Gelände der Firma Pennekamp statt und Familie Seidel ließ es sich nicht nehmen, alle Teilnehmer persönlich zu bewirten. An dieser Stelle bedanken sich die Organisatoren nochmals ganz herzlich!


Nach der Mittagspause ging es abermals in das angrenzende Industriegebiet, wo eine 0-Zeit-Prüfung zu absolvieren war. Bei dieser Prüfung ist das Ziel genau zu einer vollen Minute zu passieren.
Außerdem hatte der Fahrtleiter auf einer Straße drei kleine Punkte in die Karte gezaubert, von denen zwei auf der Straße lagen, ein dritter jedoch deutlich neben der Straße. Alle, die das nicht gleich erkannten und die auf der Straße postierte Kontrolle „mitnahmen“, bekamen den bei der Hasten so
gefürchteten Kamelstempel in ihre Bordkarte und wussten natürlich sofort, dass dies ein Fehler war…


Über Höhen und Täler führte die Strecke dann durch Breckerfeld und Halver, über Egen und Radevormwald zurück nach Remscheid, wo in der Glockenstahlstraße die zweite Zeitprüfung zu absolvieren war: die gleiche Streckenlänge wie am Morgen, diesmal jedoch in 30 Sekunden.
Unterwegs hatten die Organisatoren nochmals „gezaubert“ und eine Topografische Karte derart manipuliert, dass ein vorhandener Weg in den Fahrtunterlagen einfach verschwunden war. Natürlich stand dort wieder eine Kontrolle, die nicht anzufahren war. Wer das nicht erkannte, bekam ein
weiteres Kamel…


Zurück auf dem Rathausplatz wurden die eintreffenden Oldtimer und ihre Besatzungen kompetent und informativ von Bernd Hamer vorgestellt. Dabei glänzte der Mann von Radio RSG erneut mit viel Wissen rund um die Autos und Teams. Kein Wunder, Hamer ist von Anfang an dabei und kennt daher
natürlich viele Teilnehmer und ihre Autos. „Boah, das war dieses Jahr aber echt schwer“, war von einigen Beifahrern zu vernehmen, die offenbar
unterwegs an einigen Aufgaben zu beißen hatten… „Wir sind für konstruktive Kritik dankbar, nehmen diese auch ernst und werden uns für 2016 diesbezüglich Gedanken machen“, versprach Jörg Stursberg auf der abschließenden Siegerehrung, die Hasten-Historic typisch, pünktlich um 19 Uhr im Allee Center stattfand. Sieger und Platzierte freuten sich über ihre Pokale und machten sich anschließend auf zur EssKulTour, die mit einem Feuerwerk gegen 23 Uhr einen schönen und interessanten Tag abschloss.
Schließlich gilt es noch den Siegern zu gratulieren: Axel und Simon Mantsch sind seit vielen Jahren bei der Hasten am Start und haben es diesmal, wenn auch denkbar knapp, ganz nach vorne geschafft. Gesamt-Zweite wurden Vater und Sohn, Meinhard und Marvin Rittmeier auf ihrem Mercedes. Die Sieger der sportlichen Kategorie heißen Karola und Rainer Witte aus Leichlingen.

 

 

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